Patienteninformation auf gesundheitsseiten.de
Patienteninformation auf gesundheitsseiten.de
 
 
Rheinhessische Patienteninformation
 

Eigenblutspende – ja oder nein?

 
 

Dr. med. R. Mildner

Facharzt für Anästhesiologie

Oberarzt der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin und transfusionsverantwortlicher Arzt am Katholischen Klinikum Mainz - St. Vincenz und Elisabeth Hospital


Viele Menschen haben vor einer Übertragung von fremdem Blut Angst und möchten vor einer Operation ihr eigenes Blut spenden. Neben unbestimmten Ängsten, etwas Fremdes in den eigenen Körper zu bekommen, wird konkret am häufigsten Angst vor AIDS geäußert.

Wie weit sind diese Ängste berechtigt?

In unserem Leben gehen wir freiwillig oder unfreiwillig Risiken ein.
Kannten Sie z.B. folgende tödliche Risiken?

Freiwillige Risiken Unfreiwillige Risiken
Motorradfahren 1:50Autounfallca. 1:10.000
Rauchen 2 Pck./Tag1:200Ermordung (in USA)1:10.000
Bergsteigen1:7.500Flugzeugabsturz 1:265.000
Skifahren1:43.000Blitzschlag1:1.600.000

Im Vergleich dazu sind wegen der heute immer durchgeführten Kontrollen ernsthafte Risiken bei der Gabe von Fremdblut sehr gering geworden. Das Risiko einer Übertragung von HIV bzw. AIDS, aber auch von Hepatitis B und C (Gelbsucht) konnte pro Konserve auf deutlich unter 1: 1 Million gesenkt werden und die Gabe des körperfremden Blutes wird in der Regel sehr gut vertragen. Trotzdem ist eine Fremdbluttransfusion allerdings nicht völlig risikolos.

Aber auch die Eigenblutspende ist nicht ohne Risiken, nicht zuletzt könnte man das Risiko, auf dem Weg dorthin mit dem Auto zu verunglücken, anführen. Manche Menschen bilden auch das gespendete Blut nicht rechtzeitig ausreichend nach, so dass ihnen bei der Operation kaum zusätzliches Blut zur Verfügung steht. Nur dieses zusätzliche Blut gibt aber einen Sinn.

Bei einer Operation muss das verlorene Blut nie vollständig ersetzt werden. Von den planbaren, häufig durchgeführten Operationen kann es vor allem bei Hüft- und Kniegelenksersatz stärker bluten. Wir wissen, dass hierbei selbst größere Blutverluste in der Regel gut vertragen werden, insbesondere auch, weil uns sehr wirksame Blutersatzflüssigkeiten zur Verfügung stehen.

Heute kann Blut auch bei der Operation gesammelt, wieder aufbereitet und zurückgegeben werden, so dass oft eine Bluttransfusion gar nicht nötig ist.

Eigenblutkonserven dürfen in Deutschland nicht für andere Patienten verwendet werden. Die Rücktransfusion an den Spender selbst soll aber nur dann erfolgen, wenn ansonsten Fremdblut nötig wäre. Ob bei dem jetzt erreichten Sicherheitsniveau von Fremdblut eventuell nutzlos teure Eigenblutkonserven hergestellt werden sollten, darüber lohnt es sich inzwischen nachzudenken.

Wenn Sie deshalb vor einer "blutreichen" Operation auf die Eigenblutspende verzichten, brauchen Sie nach dem heutigen Wissensstand auch vor einer eventuell doch nötigen Fremdbluttransfusion keine besondere Angst zu haben.

Persönliche Fragen wird Ihnen Ihr Operateur oder Anästhesist sicher gerne beantworten.

 
 
Wo finde ich in


     
 
Copyright © 2007 Bezirksärztekammer Rheinhessen, Mainz. Letzte Aktualisierung: 5-.-0.2004 .
Verantwortlich: gesundheitsseiten.de